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Clarino Bericht

Bericht Clarino

Rock the Big Band - Thilo Wolf und Hermann Skibbe
SzeneAusgabe: 10/2013Seite 54-55 Klaus Härtel
Foto: Bernhard Weizenegger
»Was ist der Unterschied zwischen einem Jazz-Gitarristen und einem Rockgitarristen? Der Jazzgitarrist spielt tausend Akkorde vor drei ­Leuten und der Rockgitarrist spielt drei Akkorde vor tausend Leuten.« Thilo Wolf erzählt diesen Witz und kann trotzdem nur müde darüber lächeln. Selbstredend ist das ein Klischee – wenngleich allen Klischees ein kleiner Funken Wahrheit zugrunde liegt.
Der Jazzer Thilo Wolf hat mit dem Rocker Hermann Skibbe eine CD produziert. Und natürlich spielen die beiden mit diesen Klischees, die den Jazzern und Rockern so ­anhaften. Und natürlich haben manche Klischees so ihren Grund. »Feuer und Wasser.Wahnsinn und Methode. Gegensätze schließen sich aus«, heißt es in der Pressemitteilung der Plattenfirma. »17 Leute im Anzug treffen auf drei Headbanger der ­alten Schule. Wer sich vorstellt, wie man sich im Anzug oder Frack beim Besuch von Wacken oder in der Rockerkluft beim Besuch der Wagner-Festspiele fühlt, der weiß, wie surreal und gleichzeitig fantastisch diese Kombination wirken muss. Und heraus kommt wunderbare Musik.« Die beiden Band-Leader, das wird im Gespräch deutlich, agieren nicht wie Katze und Maus, Batman und Joker, Bond und Blofeld. Eher harmonieren sie wie Jack Lemmon und Walter Matthau, Bud Spencer und Terence Hill, Fred Astaire und Ginger Rogers. Oder auch Waldorf und Statler aus der Muppet Show. Ja, mit der Thilo Wolf Big Band und dem Rockertrio um Hermann Skibbe haben sich zwei gefunden.